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AuDHS und ED

Warum Binge-Eating (BE) bei ADHS oft eine Strategie ist (und was bei der Heilung hilft)

Haben Sie sich jemals gefragt, warum manche Menschen immer wieder in Essattacken verfallen, obwohl sie alles über Ernährung wissen? Eine brandneue Studie zeigt: Oft steckt dahinter kein Mangel an Disziplin, sondern ein neurodivergentes Gehirn, das versucht, sich selbst zu regulieren.


Beruhend auf einer Studie zu finden unter : https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41329419/



AuDHS und ED - Wenn das Gehirn anders tickt: Die Fakten


Neurodivergenz ist ein Sammelbegriff für Gehirne, die Informationen anders verarbeiten – dazu gehören vor allem ADHS und Autismus. Die Forschung zeigt Erstaunliches:



  • Etwa 15 % der Erwachsenen mit Bulimie haben auch ADHS – im Vergleich zu nur 3 % in der Allgemeinbevölkerung.


  • Bei Menschen mit Binge-Eating-Symptomen liegt der Anteil derjenigen, die positiv auf ADHS getestet wurden, sogar bei über 30 %.



Das „Essen als Strategie“: Drei wichtige Erkenntnisse


Die Studie begleitete 16 Erwachsene und fand heraus, dass Essstörungen bei Neurodivergenz oft eine ganz bestimmte Funktion erfüllen:



1. Bingeing als Selbstregulation bei ADHS


Audhs und ED: Für viele Teilnehmer war das Binge-Eating eine Methode, um ein „chaotisches“ Gehirn zu beruhigen.



Emotionsregulation: 

Essen hilft, Gefühle von Überwältigung oder Stress zu dämpfen.



Stimulationssuche: 


Ein Gehirn mit ADHS braucht Dopamin. Essen dient hier oft als „Kick“ gegen Langeweile oder Unterstimulation.



Das Gefühl des „Feststeckens“: 


Viele Betroffene beschreiben, dass sie hyperfokussiert auf Essen hängen bleiben und es ihnen schwerfällt, dieses Verhalten wieder zu stoppen.



2. Restriktion und sensorische Besonderheiten bei Autismus


Während ADHS oft mit Bingeing verknüpft ist, führt Autismus häufiger zu restriktivem (einschränkendem) Essverhalten.


Sensorik: Manche Texturen oder Gerüche werden als extrem unangenehm empfunden.


Interozeption: Viele Autisten spüren Hunger- oder Sättigungssignale erst sehr spät („Körperblindheit“), was zu unregelmäßigen Mahlzeiten führt.




3. Das Identitäts-Dilemma


Viele Teilnehmer der Studie berichteten von Erleichterung, als sie von ihrer Neurodivergenz erfuhren. Es war wie das „fehlende Puzzleteil“, das erklärte, warum Standard-Therapien bisher nicht funktionierten.




Was bedeutet das für die Behandlung?


Die Studie macht deutlich: Schema F funktioniert hier nicht. Betroffene brauchen eine Mischung aus Flexibilität und Struktur:



Validierung statt Pathologisierung: Therapeuten müssen verstehen, dass das Essverhalten oft ein (ungünstiger) Bewältigungsmechanismus für neurodivergente Reize ist.



Struktur als Hilfsgerüst: Erinnerungen an Mahlzeiten oder klare Routinen helfen, wenn das Zeitgefühl oder die Wahrnehmung von Hunger versagen.



Individuelle Anpassung: Werkzeuge wie „Fidget Toys“ während der Therapie oder eine Anpassung der Medikation können den entscheidenden Unterschied machen.



Fazit: Essstörungen bei neurodivergenten Menschen sind oft kein reines „Essproblem“, sondern ein Zeichen dafür, dass das Nervensystem Unterstützung bei der Regulation braucht.





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