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AuDHS

AD(H)S

AuDHS

ASS/ Autismus

Ich habe reingerufen bevor Ich vergesse was Ich sagen wollte

Ich habe abgewartet, dann doch reingerufen, mich entschudligt und vergessen was ich sagen wollte

Ich warte auf den perfekten - selten eintretenden - Moment bevor ich etwas sage

Ich verwandle Small Talk in eine 45-Minuten Geschichte

Ich vermeide Small Talk und habe aus dem Nichts doch zu viel erzählt

Ich vermeide Small Talk

Ich explodiere und entschuldige mich wenn ich überstimuliert bin

Ich fahre runter, explodiere innerlich und gehe dann das ganze gedanklich immer wieder durch für die nächsten 3-5 Werktage

Ich höre auf zu reagieren wenn ich überstimuliert/ überfordert bin

Ich tue Dinge einfach, denken und planen ist optional

Ich habe darüber nachgedacht für Stunden und dann trotzdem das impulsive gemacht

Ich mag es Dinge zu durchdenken bevor ich etwas tue

Ich sammle Bekanntschaften wie Pokemon

Ich habe hunderte Bekannte und eine Person der ich tatsächlich vertraue

Ich habe wenige enge Freunde

Ich putze in chaotischen Schüben

Ich reinige eine Ecke des Raums so intensiv, dass der Rest des Raums schlimmer wird

Ich putze mit system

Ich habe vergessen zu essen

Ich bin am verhungern, aber nichts fühlt sich sicher genug an um es zu essen

Ich habe es nicht gegessen weil sich die Konsistenz komisch/ falsch angefühlt hat

Ich beginne wenn ich mich danach fühle

Ich beginne wenn der Druck die Paralyse überwindet

Ich beginne wenn es die Zeit dafür ist



1. AuDHS: Exekutive Funktionen & Impulskontrolle


Beispiele: „Reingerufen“, „Dinge einfach tun“, „Warten auf den perfekten Moment“.


  • Die Grundlage: Das Gehirn nutzt das Präfrontale Kortex (PFC) als „Manager“. Bei ADHS ist die Hemmschwelle (Inhibition) niedriger. Ein Gedanke wird sofort zu einer Handlung, bevor der PFC intervenieren kann.


  • Der Konflikt: Bei AuDHS entsteht oft eine Handlungsparalyse. Die ADHS-Impulsivität will „jetzt sofort“, aber der autistische Teil will „erst alle Variablen kennen“. Das führt dazu, dass man stundenlang nachdenkt und dann doch impulsiv handelt, weil der Druck zu groß wird.#





2. Soziale Kommunikation & Theory of Mind bei AuDHS


Beispiele: „Small Talk in 45-Min-Geschichte“, „Vermeide Small Talk“, „Habe aus dem Nichts zu viel erzählt“.


  • Die Grundlage: Small Talk erfordert das schnelle Lesen von nonverbalen Signalen. Autistische Gehirne bevorzugen oft Bottom-Up-Processing (Details zuerst) und Deep-Diving (Interessenfokus).


  • Das Phänomen: „Infodumping“ (die 45-Minuten-Geschichte) ist eine Form der sozialen Verbindung durch Informationsaustausch statt durch soziale Floskeln. Das plötzliche „zu viel erzählen“ (Over-sharing) passiert oft, wenn die Maskierung (Masking) nachlässt oder die ADHS-Impulsivität die autistische Vorsicht überholt.




3. Reizverarbeitung & Emotionale Regulation bei AuDHS


Beispiele: „Explodiere“, „Shutdown“, „Gedanklich durchgehen für 3-5 Werktage“.


  • Die Grundlage: Die Amygdala (das Alarmzentrum) reagiert bei Neurodivergenz oft sensibler auf Reize.


  • Meltdown vs. Shutdown: * Meltdown (Explosion): Eine externe Entladung, wenn das Fass überläuft.


    • Shutdown (Einfrieren): Eine interne Schutzreaktion. Das Gehirn „schaltet den Strom ab“, um sich vor weiterer Überstimulation zu schützen. Das tagelange Grübeln (Rumination) ist der Versuch des Gehirns, eine unvorhersehbare soziale Situation nachträglich zu „kontrollieren“ oder zu analysieren.


4. Sensorik & Interozeption


Beispiele: „Vergessen zu essen“, „Konsistenz fühlt sich falsch an“, „Nichts fühlt sich sicher genug an“.


  • Die Grundlage: * Interozeption: Die Fähigkeit, innere Signale (Hunger, Durst, Harndrang) wahrzunehmen. Diese ist bei ADHS/ASS oft vermindert (man vergisst zu essen).


    • Sensorische Sensitivität: Der Thalamus (das Tor zum Bewusstsein) filtert Reize weniger stark. Eine „falsche“ Konsistenz im Mund wird vom Gehirn nicht nur als unangenehm, sondern als echte Gefahr interpretiert.


  • Safe Food: Wenn alles zu viel ist, sucht das autistische Gehirn nach Vorhersehbarkeit. Ein „Safe Food“ schmeckt immer gleich – das reduziert den kognitiven Aufwand beim Essen



Bereich

ADHS-Muster

ASS-Muster

AuDHS-Konflikt

Starten

Wenn es spannend ist (Dopamin)

Wenn es im Plan steht

Startet erst, wenn der Druck (Angst) die Paralyse bricht

Putzen

Chaotisch, sprunghaft

Systematisch, obsessiv

Will System, wird aber vom Chaos abgelenkt

Soziales

Sucht Anschluss (Pokemon)

Wenige, tiefe Kontakte

Will dazu gehören, ist aber schnell überreizt


Strategien für AuDHS


Da AuDHSler oft im Konflikt zwischen dem Wunsch nach Struktur (ASS) und dem Drang nach Abwechslung bzw. der Unfähigkeit, Pläne einzuhalten (ADHS), stehen, helfen meist Strategien, die beide Seiten "austricksen":


1. Das "Buffet-Prinzip" für die Tagesstruktur


Statt eines starren Stundenplans (den der ADHS-Teil hasst) oder gar keinem Plan (was den ASS-Teil stresst), erstelle ein Menü aus Optionen.


  • Die Umsetzung: Schreibe 3-5 Aufgaben für den Tag auf Post-its. Du darfst entscheiden, wann und in welcher Reihenfolge du sie machst, aber das Ziel ist, das "Menü" abzuarbeiten. Das gibt dem ASS-Anteil die Sicherheit der Erledigung und dem ADHS-Anteil die Freiheit der Wahl.





2. Sensorische "Notfall-Kits" für den Übergang - AuDHS

AuDHSler erleben oft eine enorme Erschöpfung nach sozialen Interaktionen oder bei Aufgabenwechseln (Transition).


  • Die Umsetzung: Etabliere eine Puffer-Zone. Wenn du nach Hause kommst, nimm dir 15 Minuten, in denen du bewusst sensorische Reize reduzierst (Noise-Cancelling-Kopfhörer, abgedunkelter Raum, Gewichtsdecke). Bevor der ADHS-Teil dich zum nächsten Impuls treibt, muss der ASS-Teil erst "entladen" werden, um einen Meltdown oder Shutdown am Abend zu verhindern.




3. "Body Doubling" und "Low Demand" Reinigung


Wenn die Exekutive Paralyse kickt (du willst putzen, kannst aber nicht anfangen):


  • Die Umsetzung: Nutze Body Doubling (jemand ist im Raum oder per Video-Call dabei, während du arbeitest, ohne dass ihr redet). Wenn das System zu komplex ist, nutze die "5-Teile-Regel": Nimm dir vor, nur 5 Dinge wegzuräumen. Oft überwindet dieser minimale Reiz die Anfangshürde (Dopamin-Kick), ohne den autistischen Teil durch ein zu großes, unüberschaubares Projekt zu verschrecken.



 
 
 

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