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Hauterkrankungen & Gelenke: Warum unser Körper ganzheitlich Hilfe braucht


Einleitung: Hautprobleme als Spiegel innerer Entzündungen


Viele Hauterkrankungen sind mehr als nur ein kosmetisches Problem – sie zeigen oft an, dass im Körper tieferliegende Entzündungsprozesse ablaufen. Erkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) und Akne inversa (Hidradenitis suppurativa, kurz HS) betreffen nicht nur die Haut, sondern können den gesamten Organismus beeinflussen. Experten betonen, wie eng Haut und Gelenke miteinander verbunden sind und wie wichtig ein ganzheitlicher Blick auf unseren Körper ist.



Hauterkrankungen im Vergleich: Psoriasis und Hidradenitis suppurativa


Ich möchte zwei systemische Entzündungserkrankungen besonders beleuchten: die Psoriasis (Schuppenflechte) und die Hidradenitis suppurativa (Akne inversa). Beide Erkrankungen haben neben den Hautveränderungen teils gravierende Auswirkungen auf andere Organe, insbesondere die Gelenke.


Psoriasis (Schuppenflechte)



  • Ursachen: Psoriasis ist eine chronisch-systemische Entzündung, bei der genetische Veranlagung mit Auslösern wie Infektionen, Stress oder bestimmten Medikamenten zusammenwirkt.


  • Hautbild: Typisch sind scharf begrenzte, gerötete und silbrig schuppende Stellen (Plaques), meist an Streckseiten von Armen und Beinen, am Gesäß oder auf der Kopfhaut.


  • Systemische Beteiligung: Bis zu 41 % der Betroffenen entwickeln eine Psoriasis-Arthritis (PsA), bei der das Immunsystem auch die Gelenke angreift. Besonders gefährdet sind Menschen mit Nagelveränderungen, da die Nagelmatrix in der Nähe wichtiger Gelenkstrukturen liegt.


  • Gefahren: Bleibt die Erkrankung unbehandelt, drohen irreversible Gelenkschäden wie Versteifungen oder Knochenerosionen. Zudem erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da die Entzündung auch die Gefäße betrifft.




Hidradenitis suppurativa (Akne inversa)



  • Entstehung: Bei HS entzünden sich Haarfollikel, verschließen sich, platzen unter der Haut auf und lösen eine starke Entzündungsreaktion aus.


  • Symptome: Es entstehen schmerzhafte Knoten, Abszesse und eitrige Fistelgänge, vor allem in Hautfalten wie Achseln, Leisten, unter der Brust oder im Genitalbereich.


  • Späte Diagnose: In Deutschland dauert es häufig 9 bis 10 Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Betroffene leiden in dieser Zeit unter starken Schmerzen und erheblicher psychischer Belastung.


  • Gelenkbeteiligung: Etwa 5–10 % der Patienten entwickeln zusätzlich eine Gelenkentzündung (Spondyloarthritis), da ähnliche Entzündungswege wie bei der Psoriasis beteiligt sind.




Gemeinsame immunologische Basis und Therapieansätze


Beide Erkrankungen basieren auf einer gestörten Immunregulation, insbesondere der sogenannten TH17-Achse. Hier spielen die Botenstoffe Interleukin-17 (IL-17) und TNF-alpha eine zentrale Rolle. Moderne Biologika, die gezielt diese Botenstoffe blockieren, können sowohl Haut- als auch Gelenksymptome wirksam lindern und Folgeschäden verhindern.




Warnsignale für eine Gelenkbeteiligung


Nicht selten beginnt die Erkrankung mit Hautveränderungen wie Rötungen oder Schuppungen. Dieselben Entzündungsstoffe können jedoch auch die Gelenke betreffen. Besonders Nagelveränderungen sind ein wichtiger Frühhinweis auf eine mögliche Gelenkbeteiligung. Je früher auf solche Warnzeichen reagiert wird, desto besser lassen sich dauerhafte Schäden verhindern.



Ernährung und Lebensstil: Mediterrane Kost als natürlicher Entzündungshemmer



Die Ernährung hat einen erheblichen Einfluss auf das Entzündungsgeschehen im Körper. Besonders eine mediterrane Ernährung wirkt nachweislich entzündungshemmend.




Empfohlene Lebensmittel


  • Gute Fette: Olivenöl, Rapsöl, Nüsse und Avocado helfen, Entzündungen zu reduzieren.


  • Vollkornprodukte: Ballaststoffe aus echtem Vollkorn (30–40 g/Tag) fördern die Darmgesundheit und machen lange satt.


  • Frisches Gemüse und Obst: Fünf Portionen am Tag liefern wichtige Schutzstoffe.


  • Omega-3-Fettsäuren: Fettreicher Fisch (z. B. Lachs, Hering) sowie Lein- und Chiasamen unterstützen die Entzündungsregulation.



Zu meidende Lebensmittel


  • Fertigprodukte: Häufig reich an ungünstigen Fetten und Zucker.


  • Gesüßte Getränke: Smoothies und Softdrinks lassen den Insulinspiegel stark schwanken und fördern Entzündungen.


  • Alkohol: Beeinträchtigt die Darmbarriere und erhöht das Krankheitsrisiko.


  • Gesättigte Fette und Zucker: Fördern Insulinresistenz und Entzündungsprozesse.



Gewicht und Psyche: Einfluss auf Haut und Gelenke


Fettgewebe ist nicht nur ein Energiespeicher, sondern produziert selbst Entzündungsstoffe. Jedes Kilo weniger – vor allem durch Bewegung und eiweißreiche Ernährung – entlastet Gelenke und Haut. Da chronische Krankheiten auch die Psyche belasten können, ist es wichtig, sich bei Bedarf professionelle Unterstützung zu holen.


Gelenkerkrankungen: Typen, Symptome und Verlauf


Die Entzündung kann verschiedene Gelenktypen betreffen:


  • Periphere Arthritis: Schwellungen, Schmerzen und Überwärmung an Finger- oder Zehengelenken.


  • Daktylitis („Wurstfinger“): Schwellung des gesamten Fingers oder Zehs.


  • Enthesitis: Schmerzen an Sehnenansätzen, z. B. an der Achillessehne oder Fußsohle.


  • Axialer Befall: Entzündungen an der Wirbelsäule oder im Kreuz-Darmbein-Gelenk, oft mit tiefsitzenden Rückenschmerzen.


In frühen Phasen sind diese Veränderungen häufig noch reversibel. Bleibt die Entzündung jedoch aktiv, kann es zu Knochenabbau (Erosion), Versteifung (Ankylose) und dauerhaften Funktionseinbußen kommen. Deshalb ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend.





Bedeutung der Früherkennung und moderner Therapien



Die wichtigsten Warnsignale für eine Gelenkbeteiligung sind Schwellungen, Schmerzen oder Beweglichkeitseinschränkungen, besonders in Verbindung mit Haut- und Nagelveränderungen. Früherkennung durch Screening-Fragebögen und der Einsatz moderner, zielgerichteter Therapien (z. B. Biologika) bieten heute einen wirksamen Schutz vor dauerhaften Schäden.



Beispielhafter antientzündlicher Tagesplan


  • Frühstück: Proteinreiches Nuss-Oatmeal aus Vollkornhaferflocken, ungesüßter Pflanzenmilch oder Joghurt, einer Handvoll Nüsse, einem Esslöffel geschroteter Leinsamen und frischem Obst der Saison.


  • Mittagessen: Mediterrane Fisch-Gemüse-Pfanne mit gedünstetem Saisongemüse in Olivenöl, Lachs oder Hering, dazu Naturreis oder Vollkornnudeln.


  • Snack: Eine Handvoll Walnüsse oder Mandeln, eventuell ein Stück dunkle Schokolade.


  • Abendessen: Leichter Kichererbsensalat mit Avocado, dazu Sauerteig-Vollkornbrot.


  • Getränke: 1,5–2 Liter Wasser oder ungesüßte Kräutertees über den Tag verteilt.




Alltagstipps für Ernährung und Lebensstil



  • Kauen statt trinken: Obst lieber im Ganzen essen, um Zuckerspitzen zu vermeiden und Ballaststoffe optimal zu nutzen.


  • Qualität vor Quantität beim Fett: Auf pflanzliche, ungesättigte Fette achten.


  • Schonende Zubereitung: Frische, regionale Lebensmittel unter 180 °C garen, um Nährstoffe zu erhalten.


  • Stress vermeiden: Entspanntes Kochen und bewusstes Genießen fördern das Wohlbefinden.



 
 
 

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