Globusgefühl – Was steckt dahinter und waskann helfen?
- ergo-mara
- 26. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Copyright © OLISTIKÓS Voice Institute 2025 (erstellt von Margareta Braun)
Was ist das Globusgefühl?
Das Globusgefühl beschreibt das Empfinden, als wäre ein Kloß, Fremdkörper oder eine Enge
im Hals – obwohl medizinisch oft keine gefährliche Ursache nachweisbar ist.
Typisch ist, dass Essen und Trinken problemlos möglich sind, das Gefühl aber besonders
beim Leerschlucken auftritt.

Viele Betroffene berichten über:
• Druck oder Enge im Hals
• den Wunsch, sich ständig zu räuspern
• Reizhusten
• stimmliche Anstrengung
Wichtig:
Das Gefühl ist sehr unangenehm, aber in den allermeisten Fällen nicht
gefährlich.
Welche Ursachen kann das Globusgefühl haben?
Es gibt keine einzelne Ursache, sondern unterschiedliche mögliche Einflussfaktoren. Häufig
sind:
• Verspannungen im Kehlkopf- und Kieferbereich
• Fehlhaltungen (z. B. langes Sitzen am PC)
• Stress und emotionale Belastung
• Reflux (aufsteigende Magensäure)
• Funktionsstörungen im Kau- oder Schlucksystem
Bei etwa 28 % der Betroffenen wird keine eindeutige organische Ursache gefunden – und
dennoch ist das Empfinden real.
Warum sich das Globusgefühl verstärken kann – Nocebo-Effekt leicht erklärt
Der Nocebo-Effekt bedeutet, dass negative Erwartungen und Krankheitsängste
Beschwerden verstärken können, obwohl der Körper nicht in Gefahr ist.
Beispiele:
• Sorge vor einer ernsten Krankheit → Gefühl nimmt zu
• ungünstige Aussagen wie „damit müssen Sie leben“ → Symptom chronifiziert
Nicht weil „man sich etwas einbildet“, sondern weil das Gehirn bei Angst Signale aus dem
Hals stärker wahrnimmt – eine natürliche Schutzreaktion.
Beruhigende Wahrheit:
Das Globusgefühl ist lästig, aber nicht gefährlich – und es
gibt wirksame Behandlungsansätze.
Was hilft wirklich?
Es gibt nicht die eine Übung, die bei allen wirkt – aber viele hilfreiche Strategien.
Die folgenden Übungen kannst du gerne ausprobieren.
(Alle sind sanft – keine Schmerzen oder starken Druck erzeugen.)
Übungen zur Entspannung des Hals- und
Kehlkopfbereichs
🔹 1. „Sacken lassen“ – für sofortige Entlastung
Diese Übung löst Schutzspannung im Hals.
1. In aufrechter Haltung sitzen oder stehen.
2. Schultern fallen lassen – bewusst loslassen statt halten.
3. Unterkiefer locker hängen lassen.
4. 1 Minute ruhig in den Bauch atmen.
→ Viele spüren sofort ein leichteres Gefühl im Hals.
🔹 2. Kiefer ausstreichen
1. Fingerspitzen auf die Kaumuskelbereiche seitlich am Kiefer legen.
2. Langsam Richtung Kinn ausstreichen.
3. 8–10 Wiederholungen.
🔹 3. Temporalismassage (Schläfenmuskulatur)
1. Beide Zeigefinger seitlich an die Schläfen legen.
2. Kreisend und langsam massieren – 1 Minute lang.
🔹 4. Digastricus-Massage (Zungenboden)
1. Finger unterhalb des Kieferbogens ansetzen.
2. Zart von hinten nach vorne ausstreichen.
3. Sehr sanft arbeiten – kein Schmerz.
🔹 5. „Der Denker“ – Nacken stabilisieren
1. Gerade sitzen, Kinn leicht zur Brust.
2. Kopf sanft gegen die eigene Hand drücken (ohne Bewegung).
3. 5 × 8 Sekunden halten.
🔹 6. Physiologische Zungenposition trainieren
Viele Globus-Beschwerden entstehen durch ein unphysiologisches Schluck- bzw.
Zungenmuster.
So geht’s richtig:
• Zungenspitze am Gaumen knapp hinter den Schneidezähnen
• Rest der Zunge flächig am Gaumen
• Lippen locker, Kiefer entspannt
10 Sekunden halten – mehrmals täglich.
Was du im Alltag tun kannst
Sehr hilfreich:
warmen Tee trinken
moderater Sport & Bewegung
Entspannungsübungen
gute Körperhaltung
Meditation / Achtsamkeit
Wann sollte man ärztlich abklären?
Ein Globusgefühl ist meist harmlos, aber folgende Symptome sollten medizinisch geprüft
werden:
• plötzlich auftretende starke Schluckstörungen
• Blut im Speichel
• ungewollter Gewichtsverlust
• anhaltende Heiserkeit
• Sodbrennen
Bei Globus ohne Warnzeichen genügt oft eine HNO- oder gastroenterologische
Untersuchung, um Sicherheit zu gewinnen.
❤ Ein beruhigender Abschluss
Das Globusgefühl ist echt – aber nicht gefährlich.
Es entsteht am häufigsten durch verspannte Muskulatur, Stress und Überwachsamkeit des
Körpers.
Mit Aufklärung, Entspannung und gezielten Übungen lässt sich das Globusgefühl bei den
meisten Menschen deutlich reduzieren.
Du darfst wissen:
Du bist nicht allein. Es ist nichts „Schlimmes“ im Hals – dein Körper schützt dich. Und du kannst aktiv etwas tun, um das Gefühl zu lösen.
Geschrieben von Margareta Braun
Fachliche Leitung Logopädie
Stimmtherapeutin
Logopädin
Opern-Sängerin
Sopran
Für Rückfragen steht Ihnen unsere Praxis gern zur Verfügung!