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Globusgefühl – Was steckt dahinter und waskann helfen?

Copyright © OLISTIKÓS Voice Institute 2025 (erstellt von Margareta Braun)


Was ist das Globusgefühl?


Das Globusgefühl beschreibt das Empfinden, als wäre ein Kloß, Fremdkörper oder eine Enge

im Hals – obwohl medizinisch oft keine gefährliche Ursache nachweisbar ist.

Typisch ist, dass Essen und Trinken problemlos möglich sind, das Gefühl aber besonders

beim Leerschlucken auftritt.


Viele Betroffene berichten über:


• Druck oder Enge im Hals

• den Wunsch, sich ständig zu räuspern

• Reizhusten

• stimmliche Anstrengung






Wichtig:


Das Gefühl ist sehr unangenehm, aber in den allermeisten Fällen nicht

gefährlich.


Welche Ursachen kann das Globusgefühl haben?


Es gibt keine einzelne Ursache, sondern unterschiedliche mögliche Einflussfaktoren. Häufig

sind:


• Verspannungen im Kehlkopf- und Kieferbereich

• Fehlhaltungen (z. B. langes Sitzen am PC)

• Stress und emotionale Belastung

• Reflux (aufsteigende Magensäure)

• Funktionsstörungen im Kau- oder Schlucksystem


Bei etwa 28 % der Betroffenen wird keine eindeutige organische Ursache gefunden – und

dennoch ist das Empfinden real.


Warum sich das Globusgefühl verstärken kann – Nocebo-Effekt leicht erklärt


Der Nocebo-Effekt bedeutet, dass negative Erwartungen und Krankheitsängste

Beschwerden verstärken können, obwohl der Körper nicht in Gefahr ist.




Beispiele:


• Sorge vor einer ernsten Krankheit → Gefühl nimmt zu

• ungünstige Aussagen wie „damit müssen Sie leben“ → Symptom chronifiziert


Nicht weil „man sich etwas einbildet“, sondern weil das Gehirn bei Angst Signale aus dem

Hals stärker wahrnimmt – eine natürliche Schutzreaktion.


Beruhigende Wahrheit:


Das Globusgefühl ist lästig, aber nicht gefährlich – und es

gibt wirksame Behandlungsansätze.


Was hilft wirklich?


Es gibt nicht die eine Übung, die bei allen wirkt – aber viele hilfreiche Strategien.

Die folgenden Übungen kannst du gerne ausprobieren.

(Alle sind sanft – keine Schmerzen oder starken Druck erzeugen.)


Übungen zur Entspannung des Hals- und

Kehlkopfbereichs



🔹 1. „Sacken lassen“ – für sofortige Entlastung


Diese Übung löst Schutzspannung im Hals.

1. In aufrechter Haltung sitzen oder stehen.

2. Schultern fallen lassen – bewusst loslassen statt halten.

3. Unterkiefer locker hängen lassen.

4. 1 Minute ruhig in den Bauch atmen.

→ Viele spüren sofort ein leichteres Gefühl im Hals.


🔹 2. Kiefer ausstreichen


1. Fingerspitzen auf die Kaumuskelbereiche seitlich am Kiefer legen.

2. Langsam Richtung Kinn ausstreichen.

3. 8–10 Wiederholungen.


🔹 3. Temporalismassage (Schläfenmuskulatur)


1. Beide Zeigefinger seitlich an die Schläfen legen.

2. Kreisend und langsam massieren – 1 Minute lang.


🔹 4. Digastricus-Massage (Zungenboden)


1. Finger unterhalb des Kieferbogens ansetzen.

2. Zart von hinten nach vorne ausstreichen.

3. Sehr sanft arbeiten – kein Schmerz.


🔹 5. „Der Denker“ – Nacken stabilisieren


1. Gerade sitzen, Kinn leicht zur Brust.

2. Kopf sanft gegen die eigene Hand drücken (ohne Bewegung).

3. 5 × 8 Sekunden halten.


🔹 6. Physiologische Zungenposition trainieren


Viele Globus-Beschwerden entstehen durch ein unphysiologisches Schluck- bzw.

Zungenmuster.


So geht’s richtig:


• Zungenspitze am Gaumen knapp hinter den Schneidezähnen

• Rest der Zunge flächig am Gaumen

• Lippen locker, Kiefer entspannt

10 Sekunden halten – mehrmals täglich.



Was du im Alltag tun kannst


Sehr hilfreich:

warmen Tee trinken

moderater Sport & Bewegung

Entspannungsübungen

gute Körperhaltung

Meditation / Achtsamkeit


Wann sollte man ärztlich abklären?

Ein Globusgefühl ist meist harmlos, aber folgende Symptome sollten medizinisch geprüft

werden:


• plötzlich auftretende starke Schluckstörungen

• Blut im Speichel

• ungewollter Gewichtsverlust

• anhaltende Heiserkeit

• Sodbrennen


Bei Globus ohne Warnzeichen genügt oft eine HNO- oder gastroenterologische

Untersuchung, um Sicherheit zu gewinnen.


❤ Ein beruhigender Abschluss


Das Globusgefühl ist echt – aber nicht gefährlich.

Es entsteht am häufigsten durch verspannte Muskulatur, Stress und Überwachsamkeit des

Körpers.


Mit Aufklärung, Entspannung und gezielten Übungen lässt sich das Globusgefühl bei den

meisten Menschen deutlich reduzieren.

Du darfst wissen:


Du bist nicht allein. Es ist nichts „Schlimmes“ im Hals – dein Körper schützt dich. Und du kannst aktiv etwas tun, um das Gefühl zu lösen.


Geschrieben von Margareta Braun

Fachliche Leitung Logopädie

Stimmtherapeutin

Logopädin

Opern-Sängerin

Sopran


Für Rückfragen steht Ihnen unsere Praxis gern zur Verfügung!

 
 
 
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